Die Koalition diskutiert über eine Steuerreform zur Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, während die SPD auf höhere Beiträge von Spitzenverdienern drängt. Union und SPD stehen jedoch vor unterschiedlichen Finanzierungsansätzen, die beim Koalitionsausschuss im Fokus stehen.
Steuerreform-Ideen: Union und SPD verfolgen unterschiedliche Strategien

Steuerreform: Union und SPD diskutieren unterschiedliche Ansätze zur Entlastung
Die Koalition plant eine Steuerreform, um kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Doch die Finanzierung dieser Maßnahmen bleibt umstritten. Während die SPD auf die Belastung von Spitzenverdienern setzt, verfolgt die Union einen anderen Ansatz. Ein weiteres Thema im Koalitionsausschuss ist die Entlastungsprämie.
Erstes Treffen der Koalitionsspitzen seit einem Monat
Die Führungen von Union und SPD treffen sich am Abend im Koalitionsausschuss, um über die Entlastungen aufgrund der hohen Energiepreise, den Haushalt und weitere Reformen zu beraten. Dies ist die erste Sitzung seit dem letzten Treffen vor einem Monat in der Villa Borsig, das von Spannungen geprägt war und nur begrenzte Ergebnisse brachte.
Strittige Themen im Koalitionsausschuss
Ein zentrales Thema ist die geplante Einkommensteuerreform, die im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil sieht die Spitzenverdiener in der Verantwortung, um die angestrebten Entlastungen für kleinere und mittlere Einkommen zu finanzieren. Die jüngste Steuerschätzung hat die finanziellen Spielräume weiter eingeengt.
„Spitzenverdiener müssen mehr bezahlen“
Klingbeil betonte am Montag beim DGB-Bundeskongress in Berlin: „Für mich ist völlig klar, es kann keine Einkommensteuerreform geben, bei der nicht auch die Spitzenverdiener in diesem Land mehr bezahlen müssen. In diese Richtung werden wir drängen.“ Er argumentierte, dass eine Gesellschaft mit zunehmenden Ungleichheiten nicht produktiv sein könne und dass die Lebenshaltungskosten gestiegen seien. „Deswegen brauchen wir Entlastung für Menschen, die 2.500, 3.000 oder 4.000 Euro im Monat verdienen.“
Reform der Erbschaftsteuer im Fokus
Zusätzlich plant die SPD eine Reform der Erbschaftsteuer. Klingbeil wies darauf hin, dass jährlich zwischen 300 und 400 Milliarden Euro vererbt werden, während der Staat lediglich 13 Milliarden Euro an Erbschaftsteuer einnimmt. „Niemand kann behaupten, dass das Land bei einer moderaten Erhöhung der Erbschaftsteuer zugrunde geht. Das wollen wir durchsetzen“, erklärte Klingbeil mit Blick auf die Koalitionspartner CDU und CSU.
Union lehnt höhere Belastungen für Reiche ab
Die Union steht dem Vorschlag, Spitzenverdiener stärker zu belasten, skeptisch gegenüber. Unionsfraktionschef Jens Spahn äußerte bereits, dass es nicht möglich sei, fünf Prozent mehr von den Reichen zu verlangen, um 95 Prozent zu entlasten, da dies zu extrem hohen Steuersätzen führen würde. Er plädierte für eine Gegenfinanzierung außerhalb des Steuersystems.
Alternative Finanzierungsvorschläge der Union
Spahn schlug vor, Subventionen und Steuervergünstigungen pauschal um fünf Prozent zu kürzen, um die Steuerreform zu finanzieren. Dies könnte eine höhere Akzeptanz finden, als jede Subvention einzeln zu überprüfen. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger zeigte sich grundsätzlich kompromissbereit und erklärte, dass die Union offen für die Vorschläge der SPD sei, um die Steuerreform zu finanzieren. Gleichzeitig forderte er, die Ausgabenseite des Bundeshaushalts zu überprüfen, da hier noch Einsparpotenzial bestehe.
Weitere Themen im Koalitionsausschuss
Im Koalitionsausschuss werden neben der Steuerreform auch andere Themen behandelt. Dazu gehört die Frage, wie es nach dem Stopp der 1.000-Euro-Entlastungsprämie durch den Bundesrat weitergeht und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Bürger von den hohen Energiepreisen, die durch den Iran-Krieg verursacht wurden, zu entlasten. Diskutiert werden unter anderem eine Erhöhung der Pendlerpauschale, eine Senkung der Stromsteuer für alle oder Direktzahlungen.
Quellen: tagesschau
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