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Hertha-Hauptsponsor zahlt seit Monaten kein Geld mehr

Der Hauptsponsor von Hertha BSC, das Unternehmen „CheckCars24“, hat seit November 2022 keine Zahlungen mehr geleistet, was zu einem Rückstand von rund einer Million Euro führt. Der Verein prüft eine vorzeitige Beendigung des bis 2027 laufenden Vertrags.

Hertha-Hauptsponsor zahlt seit Monaten kein Geld mehr
Depositphotos

In Berlin neigt sich eine erneut enttäuschende Saison für Hertha BSC dem Ende zu. Das angestrebte Ziel des Aufstiegs in die Bundesliga wurde klar verfehlt, da der Verein nicht genügend Punkte sammeln konnte. Auch die finanziellen Aspekte des Klubs zeigen sich in einem ungünstigen Licht, da der Hauptsponsor seit November keine Zahlungen mehr geleistet hat.

Im Sommer 2024 wurde das Unternehmen „CheckCars24“ als Hauptsponsor vorgestellt. Dieser Berliner Autohändler, der sich auf digitale Kaufabwicklungen spezialisiert hat, weist bei Google-Bewertungen eine hohe Punktzahl von 4,9 auf. Ob Hertha BSC jedoch ähnliche positive Erfahrungen mit dem Sponsor gemacht hat, bleibt fraglich. Recherchen zeigen, dass der Zahlungsverkehr des Unternehmens an den Zweitligisten seit November eingestellt wurde. Das Sponsoring-Volumen für diese Saison wird auf 2,1 Millionen Euro geschätzt, was bedeutet, dass die ausstehenden Zahlungen sich auf etwa eine Million Euro belaufen könnten.

Der Verein prüft derzeit, ob eine vorzeitige Beendigung des bis 2027 laufenden Vertrags mit dem Sponsor möglich ist. Auf eine Anfrage hin bestätigte Hertha BSC, dass die Zahlungen ausgeblieben sind, wies jedoch darauf hin, dass der Kontakt zwischen dem Verein und dem Hauptsponsor nicht abgebrochen sei. In einer Stellungnahme erklärte der Verein, dass er mit allen Partnern und Sponsoren in regelmäßigem und konstruktivem Austausch stehe und bat um Verständnis, dass man sich zu spezifischen vertraglichen Themen nicht öffentlich äußern könne.

Das Engagement von „CheckCars24“ bei Hertha BSC war ursprünglich auf drei Jahre angelegt und sollte ein Gesamtvolumen von rund 6,5 Millionen Euro umfassen. Der Name des Unternehmens ist auf den Trikots der Spieler sichtbar. Bis Montagabend reagierte das Unternehmen nicht auf eine Anfrage bezüglich der ausstehenden Zahlungen. Auf seiner Webseite wird die Partnerschaft mit Hertha BSC gefeiert, wobei betont wird, dass die beiden Gründer im Sommer 2024 ihren Traum verwirklicht haben, als Hauptpartner des Vereins aufzutreten.

Der Vertrag wurde von Thomas Herrich, dem ehemaligen Geschäftsführer von Hertha, abgeschlossen, dessen Amtszeit im April 2025 vorzeitig endete. Dies ist nicht das erste Mal, dass Hertha BSC mit einem Hauptsponsor vorzeitig die Zusammenarbeit beendet. Im Sommer 2020 zog sich der Discounter „Tedi“ zurück, obwohl der Vertrag noch ein Jahr gültig war. Damals wurde berichtet, dass die finanziellen Mittel des Sponsors aufgrund der Corona-Krise nicht ausreichten und die 7,5 Millionen Euro pro Jahr für den Verein nicht genug waren. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor gestaltete sich als schwierig, sodass Hertha mehrere Monate ohne Trikotsponsor auskommen musste.

In die Saison 2023/24 ging Hertha BSC ohne Hauptsponsor und trat am ersten Spieltag ohne Logo auf der Brust an. Später wurde überraschend ein Wettanbieter als Sponsor präsentiert, obwohl der damalige Präsident zuvor eine Zusammenarbeit mit dieser Branche ausgeschlossen hatte. Nach einer Saison endete auch diese Partnerschaft. Die häufigen Wechsel bei den Trikotsponsoren spiegeln die instabile Situation des Vereins wider, die sich auch in der Trainer- und Managementposition zeigt.

Vor einigen Jahren hatte der damalige Investor Lars Windhorst angekündigt, seine Kontakte zu großen Unternehmen nutzen zu wollen, um namhafte Sponsoren wie „Tesla“ oder „Amazon“ zu gewinnen. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt, und Windhorst verkaufte 2023 seine Anteile an Hertha BSC.


Quellen: B.Z.

Bildquelle: Depositphotos

Ronny Winkler